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Pfingst-Novene
1. Die Sprache der Liebe lernen – Zusammen Bleiben
2. Die Sprache der Liebe lernen – Heilsames Erinnern
3. Die Sprache der Liebe lernen – inne halten, still werden
4. Die Sprache der Liebe lernen – Vergebung spüren und leben
5. Die Sprache der Liebe lernen – Hier bist Du.
6. Die Sprache der Liebe lernen – Sich Erden
7. Die Sprache der Liebe lernen – für EUCH – für dich – für alle
8. Die Sprache der Liebe lernen – für euch – für DICH – für alle
9. Die Sprache der Liebe lernen – für euch – für dich – für ALLE

Tag fünf des Übungsweges auf das Fest der Liebe zu  –   Pfingsten

Hier kannst Du den Text als Audio anhören:

 

Zu Grunde gehen
Die Aussage: „Daran ist der zu Grunde gegangen“  –  ruft mit größter Wahrscheinlichkeit erstmal tiefes Erschrecken hervor: „oh je  –  was ist denn da passiert?!“
Mag sein, dass ein heftiger Schicksalsschlag von außen gekommen ist, eine Herausforderung seelisch nicht verkraftet wurde…  das bisherige Leben in Trümmern liegt.
Und  –  muss es nicht manches mal genau so sein, damit etwas Größeres neu werden kann??
Je länger ich dieser Formulierung „zu Grunde gehen“ nachlausche, umso stärker spricht sie zu mir:
auf den eigenen Grund gehen, dahin wo ich wirklich wirklich bin.

Bei Rabindranath Tagore habe ich diese wundervolle Aussage gefunden:
„In welche Weiten mussten meine Augen  schweifen, bis ich sie schloss und sah  –  hier bist du.“  

Im Obergemach
Da haben sie sich nun eingefunden  –  die Freunde Jesu  –  am Ort des letzten gemeinsamen Festes und ihre Erwartungen, ihre ganzen Erwartungen und Lebenshoffnungen, die lagen am Karfreitag komplett in Trümmern. Dann haben sie auf den Freund, der von jenseits des Todes wieder in ihr Leben getreten war, gehört. Sie haben ihn ernst genommen. Sie haben sich dort, an diesem Ort gemeinsam eingefunden, sind zusammen geblieben, haben sich  erinnert, erzählt und inne gehalten und sind still geworden.

JETZT gehen sie  –  jede und jeder für sich und doch gemeinsam „zu Grunde“  –  sie holen sich aus den Weiten des Erhofften zurück ins Hier und Jetzt, wo sie sind, gehen noch einmal vertieft nach innen  –  und entdecken, jede und jeder für sich und doch gemeinsam: hier bist du.

Und dieser Satz ist eine Realität in doppelter Hinsicht:
Hier bist du  –  bin ich  – hier bin ich ganz und gar in meiner Tiefe.
Ich spüre mich, ich spüre meine Emotionen, ich spüre meine Hoffnungen, Sehnsüchte, ich spüre meine Liebe.
Und zugleich ist der Freund Jesus nah und da. Wenn ich meinen Lebensgrund berühre, kann er niemals mehr ein Entzogener sein. Hier bist du.

Fünfter Schritt auf unserem Übungsweg
Zu Grunde gehen  –  das ist nichts, was ich einfach mal machen kann.
Doch  –  ich kann mich dafür öffnen  –  ich kann es zulassen.
Bin ich wirklich schon mit der tiefsten Tiefe meines Lebensgrundes in Berührung gekommen?!
Und falls nicht  –  kann ich mich noch ein wenig tiefer absinken lassen und genau dahin spüren…  was will hier zu mir sprechen?
Höre hin. Bewerte nicht. Lass es sein.   

ATME
BLEIBE
VERTRAUE 

 

 

 

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